Miele Motorkohlen wechseln: Anleitung & Werkstatt-Tipps

Ersatzteiltresen Werkstattwissen

Wenn eine ältere Miele-Waschmaschine nicht mehr zuverlässig dreht, beim Schleudern aussetzt oder der Motor nur noch unregelmäßig läuft, können verschlissene Motorkohlen die Ursache sein.

Bei vielen älteren Miele-Waschmaschinen der Baureihen W700, W800, W900, W400 und der 2000er-Serie wurden MRT-Motoren in unterschiedlichen Ausführungen verbaut. Die Varianten unterscheiden sich unter anderem bei Motoranschlüssen und der für das jeweilige Gerät vorgesehenen Schleuderdrehzahl.

Die Motorkohlen sitzen bei diesen Motoren nicht einfach offen am Motorgehäuse. Sie befinden sich in der vor den Motor geschraubten Motorelektronik. Für einen sauberen Kohlenwechsel ist deshalb besonders wichtig, die Elektronik vorsichtig abzunehmen und die neuen Kohlen vor dem Wiederaufstecken korrekt zurückzusetzen.

💡 Gut zu wissen

Die genaue MRT-Motorausführung kann sich unterscheiden. Deshalb sollten Motor, Anschlüsse und Motorkohlen immer anhand des vorhandenen Gerätes beziehungsweise der Motorkennung geprüft werden.

Woran erkennt man verschlissene Motorkohlen?

Motorkohlen sind Verschleißteile. Mit zunehmender Laufleistung werden sie kürzer und können den Kontakt zum Kollektor nicht mehr zuverlässig halten.

Typische Hinweise sind:

  • die Trommel dreht nicht oder nur gelegentlich,
  • Waschbewegungen setzen während des Programms aus,
  • die Maschine schleudert nicht mehr richtig,
  • der Motor läuft ruckartig,
  • der Motor startet erst nach mehreren Versuchen,
  • stärkere Funkenbildung am Kollektor,
  • die Motorkohlen sind deutlich verkürzt oder ungleichmäßig abgenutzt.

🔧 Werkstatt-Tipp

Wenn Wasserzulauf, Abpumpen und Programmablauf grundsätzlich funktionieren, die Trommel aber nicht zuverlässig angetrieben wird, lohnt sich bei einem MRT-Motor immer eine Kontrolle der Motorkohlen.

MRT-Motoren bei älteren Miele-Waschmaschinen

Bei vielen älteren Miele-Waschmaschinen der Serien W700, W800, W900, W400 sowie der 2000er-Serie wurden MRT-Motoren verbaut.

Es gibt unterschiedliche MRT-Ausführungen und Seriennummern. Die Unterschiede liegen unter anderem bei:

  • den Motoranschlüssen,
  • der Steckerausführung,
  • der Auslegung für unterschiedliche Schleuderdrehzahlen,
  • der konkreten Motorelektronik.

Der grundsätzliche Aufbau ist bei vielen dieser Motoren jedoch sehr ähnlich: Vor dem Motor sitzt eine Motorelektronik mit den integrierten Motorkohlen. Darüber befindet sich eine große graue Staubschutzkappe.

👨🔧 Aus unserer Werkstatt

Für den Kohlenwechsel muss bei diesen MRT-Motoren normalerweise nicht der komplette Motor aus der Waschmaschine ausgebaut werden. Nach dem Öffnen der Maschine ist die Kohlen- und Elektronikeinheit direkt am Motor zugänglich.

Miele Motorkohlen prüfen

1. Motorlauf beobachten

Achten Sie darauf, ob die Trommel beim Waschen regelmäßig dreht und ob der Motor beim Schleudern sauber hochläuft.

2. Funkenbildung beachten

Deutliches Bürstenfeuer oder unregelmäßiges Knistern kann auf verschlissene Kohlen, schlechte Kontaktflächen oder einen beschädigten Kollektor hinweisen.

3. Kohlen nach dem Ausbau kontrollieren

Nach dem Abnehmen der Motorelektronik können die Kohlen direkt beurteilt werden.

Zu prüfen sind:

  • Restlänge der Kohle,
  • gleichmäßige Abnutzung,
  • freie Beweglichkeit in der Messinghülse,
  • Zustand der Federung,
  • Anschlusslitzen,
  • Form der angeschrägten Kontaktfläche.

Motorkohlen oder ein anderer Fehler?

Treibriemen

Ist der Treibriemen gerissen oder abgesprungen, kann der Motor laufen, ohne die Trommel anzutreiben.

Motorstecker und Kabel

Lose Kontakte im Motorstecker oder beschädigte Leitungen können ebenfalls Aussetzer verursachen.

Tachogenerator

Der Tachogenerator liefert Informationen über die Motordrehzahl. Ein nicht korrekt aufgesteckter Tachostecker kann den Motorlauf beeinflussen.

Motorelektronik

Fehler an der vor dem Motor sitzenden Elektronik können ebenfalls zu Motorproblemen führen.

Trommellager

Ein schwergängiges oder beschädigtes Trommellager belastet den Motor. Mehr dazu finden Sie unter Miele Trommellager wechseln.

Stoßdämpfer

Wenn die Maschine hauptsächlich stark schlägt oder wandert, liegt der Fehler eher im Bereich der Bottichdämpfung. Miele Stoßdämpfer wechseln.

Welche Motorkohlen passen zu meiner Miele?

MRT-Motoren wurden in verschiedenen Ausführungen verbaut. Deshalb sollten die Motorkohlen nicht allein nach der Gerätebaureihe bestellt werden.

Für eine sichere Zuordnung sind hilfreich:

  • Modellbezeichnung der Waschmaschine,
  • Typ und Fabrikationsnummer,
  • Motorkennung beziehungsweise MRT-Ausführung,
  • Stecker- und Anschlussausführung,
  • Form und Ausführung der vorhandenen Motorkohlen.

✅ Empfehlung

Motorkohlen immer paarweise ersetzen. Beide Kohlen arbeiten auf demselben Kollektor und haben dieselbe Laufleistung.

Benötigtes Werkzeug

  • passende Torx-Bits oder Torx-Schraubendreher,
  • kleine Ratsche oder Schraubendrehergriff,
  • gute Arbeitsleuchte,
  • kleiner dünner Schraubendreher oder geeigneter dünner Stift,
  • gegebenenfalls Zahnstocher zum Freigeben der Kohlen,
  • kleiner Pinsel oder Bürste zur Reinigung,
  • fusselfreie Tücher.

Sicherheit vor Beginn

  • Netzstecker ziehen.
  • Wasserhahn schließen.
  • Maschine sicher öffnen.
  • Elektrische Anschlüsse vor dem Abziehen dokumentieren.
  • Nur an spannungsfreiem Gerät arbeiten.

Motorstecker und Tachogenerator-Stecker abziehen

Nach dem Öffnen der Maschine liegt der Motor vor Ihnen.

Zuerst werden die elektrischen Steckverbindungen gelöst. Bei vielen MRT-Motoren ist ein meist siebenpoliger Motoranschluss vorhanden. Zusätzlich sitzt ein separater Stecker für den Tachogenerator am Motor.

Ziehen Sie beide Stecker vorsichtig ab.

⚠️ Typischer Fehler

Nicht an den Kabeln ziehen. Gerade bei älteren Geräten sollte darauf geachtet werden, dass die einzelnen Leitungen im Motorstecker noch sicher im Steckergehäuse sitzen.

🔧 Werkstatt-Tipp

Fotografieren Sie beide Steckverbindungen vor dem Abziehen. Das ist besonders hilfreich, wenn später geprüft werden muss, ob alle Leitungen wieder korrekt sitzen.

Graue Staubschutzkappe entfernen

Vor der Motorelektronik sitzt bei diesen MRT-Motoren eine große graue Staubschutzkappe.

Diese Kappe ist in der Regel mit zwei bis drei Torx-Schrauben befestigt. Lösen Sie die Schrauben vollständig und ziehen Sie die Kappe vorsichtig nach vorn ab.

Darunter wird die vor den Motor geschraubte Motorelektronik sichtbar.

Motorelektronik vorsichtig vom Motor abziehen

Die Motorelektronik ist bei diesen MRT-Motoren mit mehreren langen Torx-Schrauben am Motor befestigt. Je nach Ausführung sind es meist fünf bis sechs Schrauben.

Drehen Sie diese Schrauben vollständig heraus und legen Sie sie geordnet ab.

Danach kann die Motorelektronik vorsichtig nach vorn vom Motor abgezogen werden.

⚠️ Ganz wichtig

Die Motorkohlen sitzen in dieser Motorelektronik und drücken mit ihrer Federkraft noch gegen den Kollektor des Ankers. Deshalb darf die Elektronik nicht einfach mit Gewalt vom Motor gerissen werden.

Ziehen Sie die Einheit langsam, möglichst gerade und mit Gefühl ab. Verkanten und unnötiger Kraftaufwand können die Elektronik, die Kohlenhalter oder die Steckverbindungen beschädigen.

👨🔧 Aus unserer Werkstatt

Genau an dieser Stelle entscheidet sich oft, ob der Kohlenwechsel eine saubere Reparatur bleibt. Mit Ruhe und gleichmäßigem Zug lässt sich die Elektronik abnehmen, ohne die Kohlenführung zu beschädigen.

Alte Motorkohlen aus der Motorelektronik ausbauen

Wenn die Motorelektronik in der Hand liegt, sind die beiden Motorkohlen gut zugänglich.

Die Kohlen sitzen jeweils in einer Messinghülse. Diese Messinghülse ist gummigelagert. Die Gummilagerung ist in den Motorhalter beziehungsweise die Elektronikeinheit eingeklickt.

Lösen Sie die Gummilagerung vorsichtig aus ihrer Aufnahme und entnehmen Sie die alte Kohle samt Messinghülse entsprechend der vorhandenen Ausführung.

Bauen Sie immer beide Kohlen aus und vergleichen Sie ihren Verschleiß.

Kollektor des Motors prüfen

Bevor neue Motorkohlen eingesetzt werden, sollte der Kollektor des Ankers kontrolliert werden.

Achten Sie auf:

  • starke Riefen,
  • eingebrannte Stellen,
  • auffällige Verfärbungen,
  • beschädigte Lamellen,
  • starke Unebenheiten.

Ein gleichmäßiger Kollektor ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die neuen Kohlen sauber einlaufen.

Neue Motorkohlen richtig einsetzen

Auf die Laufrichtung achten

Die Motorkohlen sind an ihrer Kontaktfläche angeschrägt.

Vor dem Ausbau sollte deshalb unbedingt notiert oder fotografiert werden, wie die alten Kohlen eingesetzt waren.

Die neue Kohle muss so montiert werden, dass die Schräge flächig auf dem Kollektor läuft.

Die Kohle darf nicht mit der Spitze auf dem Kollektor stehen.

⚠️ Typischer Fehler

Die Motorkohle wird um 180 Grad verdreht eingesetzt. Dann liegt nicht die vorgesehene Schräge auf dem Kollektor, sondern nur die Spitze. Das führt zu schlechtem Kontakt und ungünstigem Einlaufverhalten.

Messinghülse wieder einklicken

Setzen Sie die neue Motorkohle in die Messinghülse beziehungsweise die vorgesehene Einheit ein und klicken Sie die gummigelagerte Hülse wieder sauber in den Motorhalter.

Prüfen Sie, ob die Gummilagerung rundum korrekt sitzt und die Kohle frei beweglich ist.

Motorkohlen vor dem Aufstecken zurücksetzen

Bevor die Motorelektronik wieder auf den Motor gesetzt wird, müssen die Kohlestifte beziehungsweise Kohlen vollständig in die Messinghülsen zurückgeschoben werden.

Schieben Sie jede Kohle nach hinten, bis sie sich in der zurückgesetzten Position festklemmt beziehungsweise arretiert.

Das ist notwendig, weil die Kohlen sonst beim Aufsetzen der Motorelektronik gegen den Kollektor stoßen und das saubere Aufstecken verhindern würden.

🔧 Werkstatt-Tipp

Vor dem Aufsetzen der Elektronik beide Kohlen noch einmal kontrollieren: Sie müssen vollständig zurückstehen und dürfen nicht aus den Messinghülsen herausragen.

Motorelektronik wieder auf den MRT-Motor setzen

Die Motorelektronik besitzt mehrere lange Steckzungen, die beim Aufsetzen exakt in die entsprechenden Steckkontakte des Motors geführt werden müssen.

Je nach Ausführung sind drei bis vier solcher langen Steckzungen vorhanden.

Arbeiten Sie bei guter Beleuchtung und beobachten Sie genau, ob jede Steckzunge in den vorgesehenen Kontakt eingeführt wird.

⚠️ Ganz wichtig

Werden die langen Steckzungen beim Aufsetzen neben die vorgesehenen Motoranschlüsse geschoben oder nicht vollständig eingesteckt, kann der Motor anschließend nicht laufen.

Setzen Sie die Elektronik möglichst gerade an und drücken Sie sie vorsichtig bis in ihre vorgesehene Position.

Motorelektronik festschrauben

Setzen Sie anschließend die fünf bis sechs langen Torx-Schrauben wieder ein und ziehen Sie die Elektronikeinheit gleichmäßig fest.

Motorkohlen nach der Montage auf den Kollektor freigeben

Nach dem Festschrauben der Motorelektronik befinden sich die neuen Motorkohlen noch in ihrer zurückgesetzten Position.

Jetzt müssen beide Kohlen wieder nach vorn freigegeben werden, damit sie mit Federdruck auf dem Kollektor aufliegen.

Dazu kann von der Außenseite mit einem dünnen geeigneten Gegenstand, beispielsweise einem Zahnstocher oder einem langen dünnen Schraubendreher, auf den jeweiligen Kohlenmechanismus gedrückt werden.

Die Kohle löst sich aus ihrer Arretierung und wird durch die Feder auf den Kollektor gedrückt.

🔧 Werkstatt-Tipp

Beide Kohlen einzeln freigeben und danach kontrollieren. Wird nur eine Kohle ausgelöst, wird der Motor nicht ordnungsgemäß arbeiten.

Staubschutzkappe, Stecker und Kabelbaum montieren

Graue Staubschutzkappe aufsetzen

Setzen Sie die graue Staubschutzkappe wieder über die Motorelektronik und befestigen Sie sie mit den zuvor entfernten zwei bis drei Torx-Schrauben.

Motorstecker und Tachostecker anschließen

Stecken Sie den meist siebenpoligen Motorstecker und den separaten Tachogenerator-Stecker wieder vollständig auf.

Prüfen Sie dabei besonders, ob die einzelnen Kabel im Motorstecker noch fest sitzen und nicht aus dem Steckergehäuse zurückgedrückt wurden.

Kabelbaum am Motor sichern

Der Kabelbaum von der Geräteelektronik zum Motor muss unten am Motor wieder in seiner vorgesehenen Halterung beziehungsweise Führung gesichert werden.

Er darf beim Waschen und Schleudern nicht lose mitarbeiten, am Motor scheuern oder durch die Bottichbewegung belastet werden.

👨🔧 Aus unserer Werkstatt

Ein sauber befestigter Kabelbaum ist kein Nebendetail. Durch die Bewegungen beim Schleudern können lose Leitungen über längere Zeit scheuern oder an Steckverbindungen ziehen.

Gerät komplettieren

Kontrollieren Sie alle Arbeiten noch einmal und schließen Sie anschließend die Waschmaschine vollständig.

Probelauf nach dem Motorkohlenwechsel

Vor dem Einschalten kontrollieren

  • beide Motorkohlen korrekt eingesetzt,
  • Schrägen zeigen richtig zum Kollektor,
  • beide Kohlen nach Montage freigegeben,
  • Motorelektronik vollständig aufgesteckt,
  • lange Steckzungen korrekt in den Motorkontakten,
  • lange Torx-Schrauben fest,
  • graue Staubschutzkappe montiert,
  • Motorstecker vollständig aufgesteckt,
  • Tachogenerator-Stecker aufgesteckt,
  • Kabelbaum am Motor gesichert.

Erster Test

Starten Sie zunächst ein kurzes Programm ohne Wäsche und beobachten Sie, ob der Motor sauber anläuft und die Trommel gleichmäßig dreht.

Schleudertest

Nach einem unauffälligen Waschlauf kann mit kleiner, gleichmäßig verteilter Beladung und zunächst moderater Drehzahl geprüft werden.

Der Motor sollte gleichmäßig hochlaufen und die Trommel ohne Aussetzer antreiben.

Neue Kohlen müssen sich zunächst an die vorhandene Kollektoroberfläche anpassen. Ein leicht verändertes Laufgeräusch in der ersten Betriebszeit kann deshalb vorkommen.

Motor läuft nach dem Kohlenwechsel nicht

Prüfen Sie zuerst die typischen Montagepunkte:

  • wurden beide Motorkohlen nach dem Aufsetzen freigegeben?
  • sitzen die Kohlen frei beweglich in den Messinghülsen?
  • sind die Kohlen richtig herum eingesetzt?
  • sind alle langen Steckzungen der Motorelektronik korrekt eingesteckt?
  • sitzt der siebenpolige Motorstecker vollständig?
  • sitzen alle Kabel fest im Motorstecker?
  • ist der Tachogenerator-Stecker aufgesteckt?

⚠️ Häufige Ursache nach der Reparatur

Eine Steckzunge der Motorelektronik ist beim Aufsetzen nicht in den Motoranschluss gelangt oder eine der zurückgesetzten Kohlen wurde nach der Montage nicht freigegeben.

Starke Funkenbildung

Mögliche Ursachen:

  • Motorkohle falsch herum eingebaut,
  • Schräge liegt nicht sauber auf dem Kollektor,
  • Kohle klemmt in der Messinghülse,
  • Kollektor stark beschädigt,
  • ungeeignete Kohle verwendet.

Häufig gestellte Fragen

Welche Motoren wurden in älteren Miele-Waschmaschinen häufig verbaut?

Bei vielen Geräten der Serien W700, W800, W900, W400 und der 2000er-Serie wurden MRT-Motoren in unterschiedlichen Ausführungen verwendet.

Warum gibt es verschiedene MRT-Motoren?

Die Ausführungen unterscheiden sich unter anderem bei den Motoranschlüssen und der Auslegung für unterschiedliche Schleuderdrehzahlen.

Muss der komplette Motor für den Kohlenwechsel ausgebaut werden?

Bei vielen dieser MRT-Motoren ist das nicht erforderlich. Die Motorelektronik mit den integrierten Motorkohlen ist nach dem Öffnen der Maschine direkt am Motor zugänglich.

Wo sitzen die Motorkohlen beim MRT-Motor?

Die Motorkohlen befinden sich in der vor den Motor geschraubten Motorelektronik. Sie sitzen jeweils in einer Messinghülse, die gummigelagert in der Einheit befestigt ist.

Warum muss die Motorelektronik vorsichtig abgezogen werden?

Die Motorkohlen drücken noch gegen den Kollektor. Wird die Elektronik mit Gewalt abgezogen, können Kohlenführung, Elektronik oder Anschlüsse beschädigt werden.

Wie herum werden die neuen Motorkohlen eingebaut?

Die angeschrägte Kontaktfläche muss flächig auf dem Kollektor laufen. Die Kohle darf nicht mit ihrer Spitze auf dem Kollektor stehen.

Warum werden die Motorkohlen vor dem Aufsetzen zurückgeschoben?

Die zurückgesetzten Kohlen stehen beim Aufsetzen der Motorelektronik nicht im Weg. Nach der Montage werden sie wieder freigegeben und durch ihre Feder auf den Kollektor gedrückt.

Warum muss beim Aufsetzen auf die langen Steckzungen geachtet werden?

Die Steckzungen der Motorelektronik müssen exakt in die vorgesehenen Kontakte am Motor gelangen. Bei falsch sitzenden Kontakten kann der Motor anschließend nicht laufen.

Welche Stecker müssen nach dem Kohlenwechsel wieder angeschlossen werden?

Bei vielen MRT-Ausführungen werden der meist siebenpolige Motorstecker und ein separater Stecker für den Tachogenerator wieder aufgesteckt.

Warum muss der Kabelbaum am Motor wieder befestigt werden?

Ein loser Kabelbaum kann durch die Bewegungen beim Waschen und Schleudern scheuern oder Steckverbindungen mechanisch belasten.

Unser Fazit zum Motorkohlenwechsel bei Miele MRT-Motoren

Der Kohlenwechsel ist bei vielen älteren Miele-MRT-Motoren gut machbar, wenn die Reihenfolge eingehalten und die Motorelektronik vorsichtig behandelt wird.

Besonders wichtig sind:

  • Motor- und Tachostecker vorsichtig abziehen,
  • graue Staubschutzkappe entfernen,
  • Motorelektronik ohne Gewalt abziehen,
  • beide Motorkohlen gemeinsam erneuern,
  • angeschrägte Kohlen richtig herum einsetzen,
  • Kohlen vor dem Aufsetzen vollständig zurücksetzen,
  • lange Steckzungen der Elektronik exakt in die Motorkontakte führen,
  • Motorkohlen nach dem Festschrauben wieder freigeben,
  • Motor- und Tachostecker wieder sicher aufstecken,
  • Kabelbaum am Motor wieder befestigen.

Unser Rat aus der Werkstatt

Bei dieser Reparatur ist gute Beleuchtung wichtiger als Kraft. Wer die Steckzungen beim Aufsetzen sehen kann und die Kohlen vor dem Montieren sauber zurücksetzt, vermeidet die häufigsten Fehler.

Passende Miele-Motorkohlen finden

Für die Auswahl der passenden Motorkohlen sind die vollständigen Gerätedaten und gegebenenfalls die Motorkennung hilfreich.

Weitere Reparaturanleitungen: Miele Trommellager wechseln und Miele Stoßdämpfer wechseln.